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Gemeinsam sind wir stark

Auf der Wohngruppe Möwe leben sieben Mädchen. Die Altersdurchmischung ist sehr gross, die Jüngste ist 7 Jahre alt und die Älteste ist 17 Jahre alt. Uns sind gemeinsame Erlebnisse und ein gutes WIR-Gefühl sehr wichtig. Wir gestalten unsere Freizeit zusammen und erleben viele verschiedene Sachen. An den Gruppennachmittagen machen wir Ausflüge, malen Bilder, dekorieren die Gruppe oder backen etwas Leckeres. Jeden Montagabend gehen wir gemeinsam in die Turnhalle und machen Sport.

Den gemeinsamen Gruppenalltag planen und bewältigen wir immer zusammen, dabei ist den Mädchen Gerechtigkeit sehr wichtig. Sie helfen sich aber auch gegenseitig und unterstützen sich in verschiedenen Situationen. Für jedes Abendessen ist immer ein Mädchen zuständig. Sie bereitet alles vor, kocht und macht anschliessend auch die Küche sauber, dabei bekommt sie immer die Unterstützung eines Mitarbeitenden. Das gemeinsame Kochen ist eine gute Gelegenheit für Gespräche und einen Austausch zwischen Mädchen und Mitarbeitenden. Die Mädchen auf der Gruppe Möwe unterhalten sich aber grundsätzlich sehr gerne. Egal ob das beim Mittag- oder Abendessen ist oder auch am Abend im Zimmer oder Gruppenraum.

Im letzten Winter haben wir viele Abende mit der Wii-Konsole verbracht und gemeinsam Let’s Dance gespielt. Die Mädchen hatten dabei immer sehr viel Spass und die Älteren haben die Jüngeren dabei unterstützt, die Tänze zu lernen und die richtigen Bewegungen zu machen. Neben Let’s Dance haben wir aber auch Wii Sports miteinander gespielt. Dabei konnten die Kinder und Jugendlichen ihr Geschick beim Boxen oder Kanu fahren unter Beweis stellen. Gemeinsam stärken wir so unseren Zusammenhalt und sorgen für gute Stimmung auf der Gruppe.

Tamara Horber

Wohngruppe Möwe

 

Wurzeln/Roots auf der Gruppe Specht

Auf der Gruppe Specht leben 8 verschiedene Bewohner unterschiedlicher Herkunft. Die Welt mit ihrer multikulturellen Vielfalt bildet sich auch bei uns auf der Gruppe ab. Die Bewohner kommen aus der Schweiz, Deutschland, der Türkei, Äthiopien, Eritrea, der Dominikanischen Republik sowie aus Kanada. 5 Bewohner der Gruppe Specht kommen aus anderen Ländern als die Schweiz. Dies zeigt, dass die globale Welt bei uns auf der Gruppe Specht längst Alltagsrealität ist und gelebt wird.

 

Im gemeinsamen Zusammenleben auf der Gruppe ist das Augenfälligste an dieser multikulturellen Vielfalt das Essen. Selbstverständlich ist dann das Essen aus dem eigenen Land das Beste und auch das naheliegende. Manchmal haben wir das Glück, dass eine Mutter oder ein Vater eines Bewohners uns die Küche aus ihrem Heimatland vor Ort geniessen lässt. Zum jetzigen Zeitpunkt von Corona ist dies leider nicht möglich. Daran werden wir aber hoffentlich bald wieder anknüpfen können.

Zu Corona Zeiten scheinen die eigenen Wurzeln besonders wichtig zu sein. Dabei dürfen wir als Mitarbeiter der Gruppe uns mit den Bewohnern auch über ihre Herkunft, ihre Eltern – ihre Wurzeln unterhalten. Dies wollen die Bewohner meist in Einzelgesprächen, in ruhigen Momenten und nicht in der Gruppe austauschen. Es handelt sich hier um wertvolle Gespräche, die das Vertrauen und das Verständnis stärken.

Die Themen Fremdheit, die Hautfarbe, der Glaube, die unterschiedliche Herkunft sind manchmal natürlich auch gegenwärtig im Gruppenalltag und stehen im Wechselspiel mit der Auseinandersetzung jedes Bewohners mit den eigenen Wurzeln. Dies ist für die Bewohner wie auch für uns Mitarbeiter eine herausforderungsvolle, interessante und manchmal auch spannungsgeladene Arbeit. Die Lebensprägungen der Bewohner bis zur Ankunft in der Stiftung Buechweid sind sehr unterschiedlich – von der Flucht aus einem Kriegsgebiet mit mehrmonatigem Fluchtweg bis hin zu starken Wurzeln in der Schweiz seit Geburt. Es ist faszinierend zu erleben, wie mit klarer Führung, Wohlwollen, Auseinandersetzung, Vorleben als Vorbild, Professionalität und Kreativität ein solches Zusammenleben in einer Gruppe positiv, stark und farbenreich sein kann. Die Graffittikunst eignet sich gut, um unterschiedliche Kulturen und Wurzeln zusammen zu bringen. Das untenstehende Werk wurde in gemeinsamer Arbeit mit den Bewohnern der Gruppe Specht geschaffen. An einer Gruppensitzung haben sich die Bewohner interessanterweise für das Wort «Roots» für dieses Bild und für das Motto der Gruppe Specht für das Jahr 2021 entschieden. Diese Entscheidung fiel ganz im Einklang mit dem Bedürfnis der Bewohner, ihre eigenen Wurzeln zu stärken. Uns als Mitarbeiter obliegt die schöne Aufgabe, die Wurzeln der Bewohner zu stärken.

 

Daniel Boss

Wohngruppe Specht

 

 



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